ART GARAGE – Das eigene Kunstmuseum nimmt Gestalt an.

20 Juni 2026

ART GARAGE

Transformation eines Nicht-Ortes

Was geschieht, wenn ein Ort, der ursprünglich keiner Kunst zugedacht war, beginnt, sich selbst als Ausstellungsraum zu begreifen?

Mit der ART GARAGE entsteht in der Tiefgarage der Wohnanlage in der Wasserturmstraße 59a/b in Ismaning ein autonomer Kunstraum, der sich jeder klassischen musealen Zuschreibung entzieht. Zwischen Beton, Stellplätzen, tragenden Säulen und den funktionalen Spuren alltäglicher Mobilität entwickelt sich eine permanente, sich kontinuierlich erweiternde Gesamtsituation.

Der Parkplatz wird zum White Cube.
Der Beton zur Projektionsfläche.
Das Alltägliche zum Exponat.

Die Arbeiten von Robert Risinger und Edeltraud Obermayr, entstanden über mehrere Jahrzehnte unter dem Pseudonym ERRO und sind ursprünglich aus völlig unterschiedlichen Kontexten hervorgegangen, treten hier erstmals in einen gemeinsamen räumlichen Dialog.

Überfahrene Getränkedosen aus aller Welt verlassen ihren ursprünglichen Bedeutungszusammenhang und werden – aus ihrem banalen Dasein herausgelöst – zu seriellen Objekten zwischen Konsumkritik, Zufall und ästhetischer Setzung. Goldene Dosen auf Teer verkehren die Wertigkeit von Material und Untergrund. Firmenschilder verlieren ihre rein funktionale Bestimmung und werden zu Fragmenten einer persönlichen Wirtschafts- und Lebensgeschichte.

Daneben stehen die Birdman-Platten, Fadenbilder, das Gesellenstück von Robert Risinger, die bemalte Seidenjacke, die großformatigen 360°-Panoramen, sowie die dokumentierten Lichtinstallationen von Licht & Kunst e.V.

Nichts davon ist zufällig zusammengetragen.

Es ist vielmehr eine Archäologie des eigenen künstlerischen Schaffens – eine Sammlung von Ideen, Experimenten, Materialien, Interventionen und Momenten, die über Jahrzehnte entstanden sind und nun in einem neuen räumlichen Zusammenhang aufeinandertreffen.

Dabei wird die Tiefgarage selbst Teil des Kunstwerks.

Jeder Stellplatz bildet eine eigene räumliche Einheit, eine Art temporäre Zelle innerhalb einer permanenten Installation. Die Grenzen zwischen Exponat und Umgebung beginnen zu verschwimmen. Was ist Kunst? Was ist Raum? Was ist noch Architektur – und wo beginnt bereits die Inszenierung?

Die ART GARAGE versteht sich deshalb nicht als klassisches Museum.

Sie ist Labor, Archiv, Installation und Ausstellung zugleich.

Und sie ist noch lange nicht fertig.

Die bisher überwiegend zweidimensionalen Arbeiten werden nach und nach durch dreidimensionale Objekte ergänzt. Licht, Projektion und Sound sollen die einzelnen Arbeiten schließlich zu einer begehbaren multimedialen Gesamtsituation verbinden.

So entsteht kein Museum im klassischen Sinne, sondern ein sich ständig verändernder Kosmos.

Ein Ort, an dem die Grenzen zwischen Kunstwerk, Raum, Erinnerung und Alltag bewusst aufgehoben werden.

Vielleicht ist es gerade dieser Widerspruch, der die ART GARAGE ausmacht:

Ein Ort für Kunst, an dem eigentlich nur Autos stehen sollten.

Oder anders gesagt:

ART GARAGE – die konsequente Umwidmung des Banalen zur Kunst.

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